Wie kommt eine Deutsche dazu Japanisch zu dolmetschen (3)

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dolmetschenIm April 1996 kehrte ich wieder nach Deutschland zurück um erst einmal die Dissertation fertigzuschreiben. Nebenbei bekam ich sofort die Gelegenheit, am Intensivkurs Japanisch an der Universität München den Grammatikunterricht zu übernehmen. Später kam dann auch wöchentlich eine Grammatikstunde für Japanologen im laufenden Semester dazu, sowie die große Chance diese Unterrichtserfahrung gleich in das von den Dozenten des Intensivkurses unter der Federführung von Frau Keiko Ôshima-Gerisch entwickelte Lehrbuch „Doitsu kara konnichiwa!“ einzubringen.

Neben der Arbeit an der Dissertation bekam ich auch von Frau Ôshima-Gerisch immer wieder Anfragen für Übersetzungen und erste Dolmetsch-Aufträge weitergeleitet. Dies alles machte mir so viel Spaß, dass ich nach erfolgreicher Promotion und Veröffentlichung der Dissertation im Jahr 2000 beschloss, die japanische Sprache zu meinem Hauptberuf zu machen.

Der Durchbruch zum Japanisch dolmetschen

Der große Durchbruch kam dann im Herbst 2000, als mich ein Kunde nach meinem ersten Einsatz in seinem Haus fragte, ob ich auch für mehrwöchige Einsätze zur Verfügung stünde.

Da ich derzeit für ein festes Einkommen noch eine Halbtagsstelle im Bereich Urheberrecht hatte, fasste ich den Mut, kündigte zum Jahresende und freute mich auf den Start in die Selbständigkeit zum 1.1.2001.

Es war schon eine große Umstellung, nun nicht mehr die Zeit zwischen der Halbtagsstelle und dem Nebenjob teilen zu müssen und endlich wieder mehr Zeit für die kontinuierliche Fortbildung zu haben. Meine Kunden kamen auf Vermittlung von Frau Ôshima-Gerisch und anderen Bekannten direkt oder auch über Agenturen auf mich zu, und ich hatte die Gelegenheit in verschiedenen Fachbereichen, von Wirtschaft über Technik zu Patentrecht, Messe-Berichterstattung und Maschinenbau Erfahrungen zu sammeln. Bald kam auch über die Vermittlung einer japanischen Dozenten-Kollegin ein Verlag auf mich zu, der ein Sachbuch aus dem Japanischen zu übersetzen hatte. Nach den vielen eher kleineren Übersetzungsaufträgen war die Buchübersetzung eine neue Herausforderung für mich. Noch dazu ging es um ein Gebiet, auf dem ich erst einmal wenig Erfahrung hatte, so dass es ein großes Glück war, dass ich den Autor – beziehungsweise seine Englisch sprechende Assistentin – bei Fragen direkt kontaktieren konnte. Im Herbst 2001 kam das Buch „Wasserkristalle“ von Dr. Masaru Emoto auf den Markt und entwickelte sich zu einem Bestseller. Daraufhin gab es noch zwei weitere Bücher – „Die Antwort des Wassers“ Band 1 und Band 2 zu übersetzen und im Herbst 2002 durfte ich Dr. Masaru Emoto persönlich kennenlernen und als seine Dolmetscherin auftreten, als er zu einigen Vorträgen in Süddeutschland war. Seit 2005 bin ich nun bei fast allen Vorträgen von Dr. Emoto im deutschsprachigen Raum als Dolmetscherin dabei. Er ist – neben dem Kunden, der mich schon seit 2000 immer wieder auch zu mehrwöchigen Dolmetscheinsätzen bucht – der wichtigste Stammkunde.