Kaiser Akihito von Japan

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Kaiser Akihito

Dieses Jahr feiert Japan den 85. Geburtstag von Kaiser Akihito mit einer besonderen Note: Da der Tag dieses Mal auf einen Sonntag fällt, ist seit langem wieder einmal der 24.12. ein Feiertag in Japan. Da im Sommer 2018 ein Sondergesetz verabschiedet wurde, darf der Kaiser am 30. April 2019 abdanken. Wie bei den Geburtstagen früherer neuzeitlicher Kaiser, wird dieser 23.12. auch weiterhin ein Feiertag sein, doch nicht mehr der Geburtstag des amtierenden Kaisers.

Auf das Kaiserhaus kommen durch die Abdankung 2019 noch einige besonderen Feierlichkeiten zu: Am 24.2.2019 feiert Kaiser Akihito sein 30-jähriges Jubiläum der Regentschaft. Am 1. Mai soll Kronprinz Naruhito feierlich inthronisiert werden. Sein Vater wird ihm dabei die Throninsignien überreichen.

Gott-Kaiser?

Kaiser Akihito (*1933) ist der erste Kaiser Japans, der von Anfang seiner Regentschaft an nicht als gottähnlich gilt und keine politische Macht hat. Diese Attribute wurden seinem Vater Hirohito (Shôwa-Tennô, 1901-1989) nach dem verlorenen 2. Weltkrieg aberkannt. Mit dem Mythos über seine Göttlichkeit hatte dieser selbst in einer über das Radio ausgestrahlten Rede aufgeräumt. Seitdem sind die Kaiser Japans nicht mehr die Nachkommen der Sonnengöttin Amaterasu Ômikami und gelten nurmehr als Symbol Japans. Hirohito starb im Januar 1989 nach 63 Regierungsjahren. Kaiser Akihito war das erste Mitglied des Kaiserhauses, das an einer Universität studiert hat, auch wenn er niemals einen akademischen Grad erhielt.

Seine große Nähe zum Volk wurde auch durch die Ausstrahlung von Teilen der Inthronisationsriten am 12. November 1990 im Fernsehen unterstrichen. Für mich als Ethnologin und Japanologin war das ein großes Glück. Ich war damals gerade in Japan und verbrachte stundenlang vor dem Fernseher um mehr von der Symbolik dieses Kaisertums zu verstehen.

Kaiserliche Insignien

Es gibt drei Thronisignien in Japan: Das Schwert Kusanagi no Tsurigi, das Juwel Yasakani no Magatama und der Bronzespiegel, Yata no Kagami.

Das Schwert wird angeblich in einem Schrein in Nagoya verwahrt, ist jedoch nicht der Öffentlichkeit zugänglich. In den historischen Werken heißt es allerding, das Schwert sei beim Tod des Kindkaisers Antoku (1178 – 1185) in der Meerenge von Shimonoseki (zwischen den japanischen Hauptinseln Honshû und Kyûshû) in den Fluten untergegangen. Das Magatama ist ein sogenanntes Krummjuwel, ein Amulett, wie es die Adeligen vor 2000 Jahren in Japan trugen. Es befindet sich im japanischen Kaiserpalast. Der Legende nach  wurde der Spiegel zusammen mit dem Magatama einst von den Göttern dazu benutzt, die Sonnengöttin wieder aus der Höhle zu locken. Damit kam das Licht zurück in die Welt.

Der Spiegel soll sich im Hauptschrein der Sonnengöttin Amaterasu Ômikami, im Ise Jingu, befinden, eine Replik davon jedoch auch im Kaiserpalast in Tokyo. Diese Insignien stehen für die drei Kaiserlichen Tugenden: Tapferkeit, den Willen zum rechten Handeln und Weisheit.

Ende und Neubeginn

Zwar wird in Japan schon seit der Meiji-Zeit der westliche Kalender benutzt, doch gibt es immernoch die Ära-Bezeichnungen für die Regierungszeiten der Kaiser. Kaiser Hirohito ist posthum als Shôwa-Tenno nach seiner Regierungsdevise Shôwa – Leuchtender Friede bekannt. Kaiser Akihito wählte Heisei – Es werde Friede als seinen Leitspruch.

Da der Shôwa-Kaiser am 7. Januar 1989 starb, ist das Jahr Shôwa 63 nur 7 Tage lang und in der Regel gilt dieses Jahr als Heisei Gannen (平成元年). Ich war von Oktober 1990 bis März 1996 in Japan, also von Heisei 2 bis Heisei 7. Gerade geht das Jahr Heisei 30 zu Ende. Für 2019 gibt es dann zwei Äranamen, je nachdem, ob das Datum vor dem 1. Mai liegt, oder danach. Wie die neue Ära unter dem neuen Kaiser heißen wird, ist jedoch noch nicht bekannt. Diese Äranamen spielen bei offiziellen Dokumenten auch heute noch eine Rolle und ein Dolmetscher sollte immer auch die Jahreszahlen und eine einfache Umrechnungsformel für die Ära Shôwa und Heisei parat haben.