Halbjapaner im Rampenlicht

eingetragen in: Allgemein, Japanische Kultur | 0
„Ine Kusumoto“ von Unbekannt - http://bakumatsu.org/men/view/229. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - http://commons.wikime„Ine Kusumoto“ von Unbekannt - http://bakumatsu.org/men/view/229. „Ine Kusumoto“ von Unbekannt - http://bakumatsu.org/men/view/229. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ine_Kusumoto.jpg#/media/File:Ine_Kusumoto.jpg
Gemeinfrei: Ine Kusumoto: eine prominente Halbjapanerin

Ausländer anderer asisatischer Länder – Koreaner und Chinesen gab es schon lange in Japan, doch vor dem 2. Weltkrieg hielten die Bevölkerungsgruppen untereinander Abstand und eine Ehe zwischen Japanern und Koreanern oder Chinesen war kaum möglich. Trotzdem gibt es Halbjapaner (hâfu) schon seit über 100 Jahren. Lafcadio Hearn (japanisch Koizumi Yakumo 1850-1904) – einer der ersten Englischlehrer in Japan, zum Beispiel, heiratete eine Japanerin und hatte drei Söhne und eine Tochter. Ja sogar Philipp Franz von Siebold (1796-1866) hatte mit seiner japanischen Lebensgefährtin Sonogi O-Taki eine Tochter, Kusumoto O-Ine, die die erste japanische Frauenärztin nach westlichem Vorbild wurde. In der Meiji-, Taisho- und frühen Shôwa-Zeit (1873 bis 1940) kamen die Ausländer hauptsächlich aus Europa als Lehrer ins Land. Dieser Status brachte ihnen bei der Bevölkerung Respekt ein. Seit dem 2. Weltkrieg, gibt es unter den amerikanischen Soldaten in Japan und Okinwa aber auch viele Afro-Amerikaner, die auf Grund ihres Status und der generell eher negativen Einstellung gegenüber Afrika eher einen schweren Stand in Japan haben. Heute gibt es im öffentlichen Leben und im Show-Business viele erfolgreiche Halbjapaner.

Miss Japan ist Halbjapanerin

Ariana Miyamoto (2015) hat viele Fans und ist in deren Augen nicht nur schön, sondern auch intelligent. Doch eher konservative Japaner scheinen ein Problem mit ihrer Abstammung zu haben: Ihr Vater ist Afro-Amerikaner. Muss sie deshalb auf eine Teilnahme an der Miss Universerse Wahl verzichten? Meldungen, dass sowohl Miss Philippines als auch Miss Japan aufgrund ihrer Abstammung vom Wettbewerb ausgeschlossen werden sollen, sind allerdings als Satire entlarvt worden. Trotzdem ist nicht zu leugnen, dass auch heute noch in Japan Mischehen und Kinder aus diesen Verbindungen es nicht so einfach  haben.

Nun ist auch die Miss Japan 2016 eine Halbjapanerin: Priyanka Yoshikawa hat einen indischen Vater, ist aber hauptsächlich in Japan aufgewachsen und fühlt sich als Japanerin. Für sie wird es wohl nicht so schwierig sein, die Akzeptanz der Bevölkerung zu gewinnen, denn zumindest ihre Hautfarbe ist nicht so viel anders. Allerdings entscheidet da die Hautfarbe nicht alles: Selbst Japaner, die in ihrer Kindheit mit der Familie lange Jahre im Ausland waren, gelten nicht als „richtige Japaner“. Sie werden für ihr gutes Japanisch gelobt und nicht selten genauso nachsichtig behandelt wie Nicht-Japaner, die schon sehr lange in Japan leben.