Love-Hotels umgebaut

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Touristikbranche braucht günstige Hotelzimmer
Günstige Hotels werden dringend gebraucht

Nachdem im Jahr 2011 die Besucherzahlen dramatisch eingebrochen waren, steigen sie nun seit einigen Jahren stetig weiter und stellen die Tourismusbranche in Japan immer wieder vor neue Herausforderungen. Dass die Lebenshaltungskosten dort nicht unbedingt so teuer sein müssen, konnte man schon in einem früherer Blogpost lesen, aber wie steht es mit der Übernachtung? Wer auf westlichen Komfort – wenn auch auf engerem Raum – nicht verzichten möchte, muss tief in die Tasche greifen. Für Rucksacktouristen gibt es auch vor allem in den Großstädten immer mehr Hostels, doch das ist nicht jedermanns Geschmack.

Erfinderische Tourismusbranche

Wer auch bei der Übernachtung ein wenig japanische Kultur erleben möchte kann sich einerseits in die relativ teueren Ryokan einquartieren, die bereits an anderer Stelle vorgestellt wurden. Oder für ganz mutige könnte auch eine Nacht in einem Kapselhotel ganz interessant sein. Die meisten dieser Einrichtungen sind hauptsächlich für Salarymen gedacht, die nach einem gemeinsamen Abend mit den Kollegen nicht mehr nach Hause kommen. Vom Kokon-Hotel für die Damen habe ich ebenfalls bereits berichtet. Doch alle diese Möglichkeiten reichen für die boomende Tourismusbranche nicht aus. Dafür gibt es eine andere Branche, die in den Zeiten der niedrigen Geburtenrate dem Niedergang geweiht ist: die Lovehotel-Industrie. War es früher für die jungen Paare und so manchen verheirateten Mann wichtig, einen diskreten Rückzugsort für ihre Affären zu haben, gab es die Love-Hotels am Rande der Städte. Man wählte ein Zimmer, bezahlte und erhielt seinen Schlüssel an einem Automaten – die volle Diskretion blieb gewahrt. Schlagzeilen machten diese Love-Hotels wegen ihrer phantasievollen Einrichtung. Und schon seit vielen Jahren kann man beim späten Einchecken sehr günstig bis zum nächsten Morgen bleiben.